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Über das Geld




Hier kommt irgentwie alles rein, was keine kategorie besitzt...

Über das Geld

Beitragvon Ylion » 12.09.2011, 22:58

Woher das geld kommt

Früher einmal, da wurde fast alles als Geld benutzt, es musste nur handlich sein und für viele Leute einen Wert darstellenso daß man es als Tauschmittel benutzten konnte, etwa für Nahrung, Kleidung und Unterkunft. Muscheln, Kakaobohnen, hübsche Steine – selbst Federn wurden schon als Geld genutzt.

Gold und Silber waren reizvoll, weich und einfach zu verarbeiten, daher wurden einige Kulturen sehr erfahren im Umgang mit diesen Metallen. Goldschmiede erleichterten den Handel, indem sie Münzen gossen – genormte Einheiten dieser Metalle, deren Gewicht und Reinheit zertifiziert waren. Aber um sein Gold zu schützen, brauchte der Goldschmied einen Tresor, und schon bald standen seine Mitmenschen vor seiner Tür, die Platz im Tresor mieten wollten, um auch ihr Gold zu schützen. Rasch hatte der Goldschmied allen Platz im Tresor vermietet, und verdiente ein wenig in seinem Tresor-Mietgewerbe. Jahre gingen ins Land, da machte der Goldschmied eine gerissene Beobachtung: Einleger kamen selten herein, um ihr eigentliches Gold abzuholen, und sie kamen niemals alle gemeinsam. Und zwar deshalb, weil die „Schecks“, die der Goldschmied als Quittungen für das Gold geschrieben hatte, auf dem Markt gehandelt wurden, als wären sie das Gold selbst. Dieses Papiergeld war sehr viel praktischer als schwere Münzen, und Mengen konnten einfacher beziffert werden, anstatt mühsam einzeln gezählt werden zu müssen. Inzwischen führte der Goldschmied ein weiteres Geschäft: Er verlieh sein Gold gegen Zinsen. Als sein praktisches Scheckgeld in Umlauf kam, verlangten Schuldner Kredite zunehmend in Scheckgeld anstelle des tatsächlichen Metalls. Als die Wirtschaft wuchs, wollten mehr und mehr Leute Kredite vom Goldschmied. Da kam dem Goldschmied eine noch bessere Idee: Er wusste, dass nur sehr wenige seiner Einleger jemals ihr tatsächliches Gold zurücknehmen, da dachte er, er könne mit Leichtigkeit Schecks ausstellen, die vom Gold seiner Einleger gedeckt würden, zusätzlich zu seinen eigenen. Solange diese Kredite zurückgezahlt würden, merkten seine Kunden davon gar nichts und blieben schadlos, während der Goldschmied – nun eher Bankier als Handwerker – einen weit größeren Profit machte, als er könnte, wenn er nur sein eigenes Geld verlieh.

Jahrelang genoss der Goldschmied so im Geheimen ein gutes Einkommen – von den Zinsen seiner Einlagen und der seiner Einleger. Nun ein bedeutender Geldgeber, wurde er ständig reicher als seine Mitbürger, und er zeigte es auch. Der Verdacht regte sich, er gebe das Geld seiner Einleger aus. Seine Einleger kamen zusammen und drohten damit, ihr Gold zurückzufordern, sollte der Goldschmied nicht auspacken, woher sein plötzlicher Wohlstand kam. Entgegen möglicher Erwartungen war das keine Katastrophe für den Goldschmied. Trotz seines doppelten Spiels funktionierte sein Plan: Die Einleger hatten überhaupt nichts verloren – ihr Gold war alles im Tresor in Sicherheit. Anstatt ihr Gold zurückzunehmen, forderten die Einleger, dass der Goldschmied – nun ihr Bankier – sie beteilige, indem er ihnen Zinsen zahlte. Das war der Anfang des Bankwesens. Der Bankier bezahlte einen geringen Zins auf Einlagen des Geldes anderer Leute, das er dann wiederum anderen zu höheren Zins verlieh. Die Differenz deckte die Unterhaltskosten der Bank und ihren Profit. Die Logik dieses Systems ist einfach, und sie erscheint wie ein sinnvoller Weg, die Nachfrage nach Krediten zu decken. Allerdings ist das nicht die Weise, wie das Bankwesen heutzutage funktioniert. Unser Goldschmied/Bankier war nicht zufrieden mit dem Einkommen, das blieb, nachdem die Zinsen mit seinen Einlegern geteilt waren. Und die Nachfrage nach Krediten wuchs rapide, als die Europäer weltweit ausströmten.

Aber Kredite waren durch die Menge an Gold im Tresor eingeschränkt. Dann hatte er eine noch dreistere Idee: Da niemand außer im selbst wusste, wie viel überhaupt in seinem Tresor war, konnte er sogar Schecks verleihen, die überhaupt nicht durch Gold gedeckt waren – solange alle Scheckbesitzer nicht gleichzeitig zum Tresor kämen, um ihr Gold abzuholen, wie sollte es jemand bemerken? Diese neue Intrige funktionierte sehr gut und der Bankier wurde reich durch Zinsforderungen für Gold, das gar nicht existierte. Diese Vorstellung, dass der Bankier einfach Geld aus dem Nichts schaffen könne war zu unerhört, um geglaubt werden zu können, also kam dieser Gedanke den Leuten lange nicht. Aber die Macht, Geld einfach zu „erfinden“, stieg dem Bankier zu Kopf, wie man sich wohl vorstellen kann. Mit der Zeit erregten das Ausmaß der Kredite und der pompöse Reichtum des Bankiers einmal mehr Verdacht. Einige Kreditnehmer verlangten wieder echtes Gold anstatt der papierenen Schecks. Gerüchte gingen um – plötzlich tauchten einige reiche Einleger auf, um ihr Gold zurückzufordern. Das Spiel war aus: Ein Meer von Scheckbesitzern versammelte sich auf der Straße vor den verschlossenen Türen der Bank. Tja, leider hatte der Bankier nicht genug Gold und Silber, um all das Papiergeld auszuzahlen, das er ihnen gegeben hatte. So etwas nennt man „Ansturm auf die Bank“ und das ist es, wovor sich jeder Bankier fürchtet. Dieses Phänomen eines Ansturms auf die Bank ruiniert einzelne Banken und, kaum überraschend, schädigt es zudem das öffentliche Vertrauen in alle Bankiers. Es wäre nahe liegend gewesen, die Praxis der „Gelderschaffung aus dem Nichts“ für illegal zu erklären, aber die großen Mengen an Krediten, die die Bankiers anboten, waren für den Erfolg des europäischen Wirtschaftswachstums notwendig geworden. Also wurde diese Praxis stattdessen legalisiert und reguliert.

Die Bankiers verpflichteten sich, Beschränkungen auf die Menge des fiktiven Schuldgeldes zu achten. Diese Schranke wäre weiterhin eine viel größere Zahl als die tatsächliche Menge an Gold und Silber im Tresor. Sehr oft war das Verhältnis 9:1. Diese Regeln wurden durch Stichproben durchgesetzt. Es wurde auch abgemacht, dass im Falle eines Ansturms die Zentralbank örtliche Banken mit Notfalleinlagen unterstützen würde. Nur durch einen ausgedehnten Ansturm auf mehrere Banken gleichzeitig könnte die Kreditblase platzen und das System zusammenbrechen. Über die Jahre wurde das „fractional reserve system“ und seine integrierten Banken, die von der Zentralbank geschützt werden, das beherrschende Geldsystem der Welt. Gleichzeitig wurde der Bruchteil des Goldes, der das Schuldgeld deckt, ständig kleiner – bis nichts mehr übrig blieb. Das grundlegende Wesen von Geld hat sich verändert: Früher verkörperte Geld einen Wert, heute repräsentiert es nur Schuld! Früher war der Papierdollar tatsächlich eine Quittung, die man bei der Zentralbank gegen eine feste Menge Gold oder Silber umtauschen konnte. Heutzutage kann man einen Papieroder Digitaldollar nur gegen einen weiteren solchen umtauschen. Früher gab es privat geschaffene Kredite nur in Form privater Banknoten, die Leute als Zahlungsmittel ablehnen konnten, so, wie wir heute private Schecks ablehnen können.

Heutzutage ist der privat geschaffene Kredit direkt tauschbar in „Fiat-Währung“ der Regierung – die Dollars, Euros und Pfund, die wir gewohnheitsmäßig als Geld ansehen. Nun stellt sich also die Frage: Wenn Regierungen und Banken beide einfach Geld erschaffen können, wie viel Geld gibt es denn dann? In der Vergangenheit war die komplette Menge Geld, die es gab, beschränkt durch die tatsächlich, physische Menge an Gütern und Dienstleistungen, die als Geld genutzt wurden. Zum Beispiel: Um neues Gold- oder Silbergeld zu erschaffen, musste neues Gold oder Silber erst einmal gefunden und geschürft werden. Heutzutage wird Geld buchstäblich als Schuld erzeugt. Neues Geld wird geschaffen, wann immer jemand einen Kredit von der Bank annimmt. Folglich ist die Menge an Geld, die geschaffen werden kann, nur durch einen einzigen Parameter eingeschränkt ist: Dem kompletten Maß der Verschuldung. Regierungen schaffen ein zusätzliches satzungsmäßiges Limit auf die Geldmenge, indem sie Grenzwerte festlegen, die „fractional reserve requirements“ genannt werden. Im Wesentlichen mutwillig, sind diese Grenzwerte von Land zu Land und Zeit zu Zeit unterschiedlich. Früher war es üblich, wenigstens Gold im Wert eines Dollars als Deckung für zehn ungedeckte Dollars zu haben. Heutzutage gelten die Grenzwerte nicht länger für das Verhältnis Geld zu Gold, sondern gerade mal für das Verhältnis neues Schuldgeld zu vorhandenem Schuldgeld. Gegenwärtig bestehen die Reserven einer Bank aus zwei Dingen: der Menge an Bargeld oder Vergleichbarem, das die Bankiers bei der Zentralbank eingelegt haben, und der Menge an bestehendem Schuldgeld, das die Bank als Einlagen hat. Um das einfach zu veranschaulichen, stellen wir uns einmal vor, dass eine neue Bank gerade neu eröffnet hat und noch keinen Einleger hat. Allerdings haben die Investoren der Bank eine Einlage von 1.000$ – also tatsächlich vorhandenes Bargeld – bei der Zentralbank gemacht. Das benötigte Verhältnis von Schuldgeld zu Bargeld ist 9:1.
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von Anzeige » 12.09.2011, 22:58

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Re: Über das Geld

Beitragvon Ylion » 12.09.2011, 23:02

Das heutige Banksystem
(oder warum wir nicht alle "reich" sein können)

1. Schritt: die Türen sind geöffnet und die neue Bank begrüßt ihren ersten Kreditnehmer. Ein Mann braucht 9.000$,
um ein Auto zu kaufen. Das Verhältnis von 9:1 erlaubt der Bank, durch ihre Reserven bei der Zentralbank – auch als
„Turbogeld“ bekannt – einfach und ganz legal Geld zu „erfinden“, und zwar die neunfache Menge. Also 9.000$ auf
Grundlage der Verpflichtung des Kreditnehmers. Diese 9.000$ kommen nirgendwo her – es ist einfach brandneues Geld,
einfach in das Konto des Kreditnehmers getippt – als Bankkredit. Der Schuldner stellt dann einen Scheck darauf aus,
um das Auto zu kaufen.
2. Schritt: die Verkäuferin des Autos löst nun diesen frisch erschaffenen Kredit von 9.000$ bei ihrer Bank ein. Im Gegensatz
zum „Turbogeld“, eingelegt bei der Zentralbank, dürfen diese 9.000$ nicht mit dem festgelegten Verhältnis multipliziert
werden – stattdessen wird es dadurch geteilt. Bei einem Verhältnis von 9:1 kann also immerhin ein weiterer
Kredit von 8.000$ ausgestellt werden, auf der Grundlage des 9.000$ Schecks.
3. Schritt: Werden diese 8.000$ dann von einer 3. Partei bei derselben Bank eingezahlt, die sie geschaffen hat, oder
auch bei einer anderen Bank, so entstehen daraus wiederum weitere Kredite, diesmal im Wert von 7.200$. Wie eine russische
Matuschka, bei der jede Hülle eine weitere, kleinere beinhaltet, ermöglicht jede solche Einlage einen weiteren,
kleineren Kredit – in einer unendlichen, fallenden Reihe.
Nur, wenn das erschaffene Schuldgeld nicht bei einer Bank landet, dann endet dieser Vorgang. Das ist der unvorhersehbare
Teil des Gelderschaffungsmechanismus. Wahrscheinlich aber ist es, dass die Kredite bei jedem Schritt wieder ihren
Platz bei einer Bank finden und der anschließende Vermehrungsprozess sich immer und immer wiederholen kann, bis
irgendwann 100.000$ brandneues Geld im Bankensystem erschaffen wurden. Dieses ganze neue Geld wurde vollständig
aus Schulden erschaffen, und der gesamte Prozess war gesetzlich erlaubt auf der Grundlage der eingänglichen Reserven
von 1.000$ echten Dollars, die immer noch unberührt bei der Zentralbank liegen. Darüber hinaus: In diesem raffinierten
System müssen die Bücher aller Glieder der Kette nachweisen, dass die Bank stets 10% mehr Ein- als Auslagen hat.
Das gibt Banken einen echten Anreiz, Einlagen zu bekommen, um Kredite geben zu dürfen. Nur falls alle nachfolgenden
Kredite bei derselben Bank landeten, könnte man sagen, dass eine Bank ihre anfänglichen „Turbogeldeinlagen“ von
1.000$ auf fast 100-fache Größe vermehrt hat, indem sie Bankkredite aus dem Nichts ausstellte. Allerdings ist das Bankensystem
ein geschlossener Kreislauf – Bankeinlagen von einer Bank werden zu Einlagen bei einer anderen und umgekehrt.
Im Idealfall völlig gleichberechtigter Umsätze wäre der schlussendliche Effekt genau derselbe, als würde der
gesamte Prozess an nur einer Bank stattfinden. Und zwar: Die ursprünglichen Einlagen der Bank bei der Zentralbank
im Wert von 1.000$ ermöglichen es ihr, im Endeffekt Zinsen auf bis zu 100.000$ zu beziehen, die die Bank nie besaß.
Banken verleihen Geld, das sie nicht haben! Wenn das lächerlich anmutet, schaut hier: In den letzten Jahrzehnten sind
durch beständigen Lobbyismus der Banken die Bedingungen, um neue Einlagen in der Zentralbank zu machen, in manchen
Ländern so gut wie aufgehoben worden und das tatsächliche Verhältnis ist nicht unbedingt länger 9:1. Für manche
Gattungen von Bankkonto sind 20:1 oder auch 30:1 üblich. In manchen Fällen gibt es gar keine Reserven. In
jüngerer Zeit, in der man Kreditgebühren nutzt, um die nötigen Reserven vom Kreditnehmer zu beziehen, haben Banken
einen Weg gefunden, Reservebedingungen komplett zu umgehen. Also auch wenn die Regeln komplex sind, merkt
der gesunde Menschenverstand: Banken können soviel Geld erschaffen, wie wir leihen können.
Trotz der ständig gezeigten Münzanstalten macht von der Regierung ausgestelltes Geld normalerweise weniger als 5%
der Geldmenge im Umlauf aus. Mehr als 95% alles heutzutage vorhandenen Geldes wurde erschaffen, indem jemand
mit seiner Unterschrift eine Schuldverpflichtung gegenüber einer Bank einging. Hinzu kommt, dass dieses Schuldgeld
in großen Mengen geschaffen und vernichtet wird – jeden Tag – indem neue Schulden gemacht werden und alte abbezahlt
werden.
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Re: Über das Geld

Beitragvon Ylion » 12.09.2011, 23:05

Der Ausverkauf der eigenen Bevölkerung
(oder warum Volksvertreter nicht besser sind als Staubsaugervertreter)

Banken können dieses Geldsystem nur betreiben, wenn die Regierung kooperiert. Zunächst verabschieden Regierungen
Gesetze, die eine Währung als gesetzliches Zahlungsmittel etablieren. Dann erlauben es Regierungen den privaten
Banken, Kredite in dieser Währung auszuzahlen. Weiterhin setzen staatliche Gerichte Schuldforderungen um. Zuguterletzt
verabschieden Regierungen Regelungen, um die Funktionalität und Glaubwürdigkeit dieses Geldwesens in den Augen
der Öffentlichkeit zu sichern, während sie rein gar nichts tun, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, woher
Geld eigentlich kommt. Die einfache Wahrheit lautet: sobald wir auf der gepünktelten Linie unterschreiben, um
einen so genannten Kredit zu erhalten, ist das einzige wirklich wertvolle bei diesem Handel unsere Verpflichtung,
ihn zurückzuzahlen. Denn Letztere ist abgesichert durch die Güter, die wir als Sicherheit angeben und im Falle der Insolvenz
abgeben müssen. Für jeden der glaubt, dass wir unserer Verpflichtung nachkommen werden, stellt dieser Vertrag oder Pfand ein handliches, tauschbares und verkäufliches Stück Papier dar. Es ist ein Schuldschein, der einen echten
Wert darstellt und daher eine Art Geld ist. Es ist genau das Geld, das der Schuldner gegen seinen so genannten Kredit
tauscht. Nun bedeutet aber ein Kredit in der echten Welt, dass der Geber etwas zu verleihen haben muss. Wenn
man einen Hammer benötigt, wird die Leihgabe eines Hammers, den es nicht gibt, nicht viel helfen. Aber in der künstlichen
Welt des Geldes darf das Versprechen einer Bank, Geld zurückzuzahlen, das sie nicht hat, als Geld verbreitet werden
und wir akzeptieren es als solches. Sobald der Kreditnehmer den Schuldvertrag unterschreibt, erfüllt die Bank
ihren Teil des Handels, indem sie mit wenigen Tastenanschlägen ein entsprechendes Guthaben des Schuldners bei der
Bank erschafft. Vom Standpunkt des Schuldners wird daraus Schuldgeld auf seinem oder ihrem Konto. Weil die Regierung
zulässt, dass die Schuld der Bank gegenüber dem Kreditnehmer in Fiatwährung der Regierung verwandelt werden
kann, muss jeder dieses so annehmen – als Geld. Und wieder ist die zugrunde liegende Wahrheit sehr einfach: Ohne
den Schuldvertrag, den der Kreditnehmer unterschrieben hat, hätte der Bankier rein gar nichts zu verleihen.
Haben sie sich je gewundert, wie jeder – Regierungen, Konzerne, kleine Unternehmen, Familien – alle gleichzeitig verschuldet
sein können, und in diesem astronomischen Ausmaß? Haben sie sich je gefragt, wie überhaupt soviel Geld
zum Verleih existieren kann? Jetzt wissen sie es! Banken verleihen kein Geld, sie erschaffen es ganz einfach aus Schulden.
Und da Schulden potentiell unbegrenzt sind, ist es auch der Nachschub an Geld. Und wie sich herausstellt, ist das
Gegenteil ebenfalls wahr: Keine Schulden, kein Geld. Ist es nicht erstaunlich, dass trotz des unglaublichen Reichtums an
Ressourcen, Innovation und Produktivität, die uns umgeben, beinahe jeder von uns – von der Regierung über Unternehmen
bis zu Individuen – schwer bei den Bankiers verschuldet sind? Wenn die Leute nur innehalten und nachdenken
würden. Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass die Leute, die tatsächlich den ganzen Reichtum in der Welt herstellen,
verschuldet sind – bei denen, die gerade mal das Geld verleihen, das diesen Reichtum darstellt?
Noch erstaunlicher ist, dass sobald wir begreifen, dass Geld eigentlich Schuld ist, wir begreifen, dass, würde es keine
Schulden geben, es gar kein Geld gäbe. Die meisten stellen sich vor, wenn alle Schulden abbezahlt wären, täte es der
Wirtschaft gut. Das stimmt sicherlich von einem persönlichen Standpunkt: Genau wie wir mehr Geld zum Ausgeben haben,
sobald unsere Kreditabzahlung beendet sind, glauben wir, dass falls jeder schuldenfrei wäre, es insgesamt mehr
Geld zum Ausgeben gäbe. Aber genau das Gegenteil wäre der Fall: Es gäbe überhaupt gar kein Geld mehr.
So ist es also: wir sind vollkommen abhängig von ständig neuen Bankkrediten, damit es überhaupt Geld gibt. Keine
Kredite, kein Geld – genau das, was während der Wirtschaftskrise passierte. Der Geldnachschub schwand drastisch,
als der Nachschub an Krediten nachließ.
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Re: Über das Geld

Beitragvon Ylion » 12.09.2011, 23:13

Fortwährende Schulden
(oder schonmal gewundert, warum der personalausweiß personalausweiß heißt?

Und das ist noch nicht alles: Banken erschaffen nur das Grundkapital. Sie erschaffen nicht die Menge, die für die Zinsen
erforderlich ist. Doch wo soll die herkommen? Der einzige Ort, an den Schuldner gehen können, um das Geld zu
bekommen, um die Zinsen zu bezahlen, ist die allgemein zugängliche Geldmenge. Aber fast alles darin wurde auf genau
dieselbe Weise erschaffen – als Bankkredit, der zurückbezahlt werden muss – mit mehr, als erschaffen wurde. Also gibt
es überall andere Schuldner in derselben Lage: Verzweifelt versuchend, das Geld zu bekommen, das sie brauchen, um
Schulden und Zinsen zurückzuzahlen – aus der gesamten Geldmenge, die nur auf Grundschulden beruht.
Es ist eindeutig unmöglich, dass jeder Grundschuld und Zinsen zurückzahlen kann, da das Geld für die Zinsen nun
mal nicht existiert.
Das große Problem ist, dass bei langfristigen Krediten, wie Hypotheken und Staatsverschulden, die totalen Zinsen bei
weitem die Grundschuld übertreffen. Es sei denn es wird eine Menge zusätzliches Geld erschaffen, um die Zinsen zu
zahlen. Das führt zu einer sehr hohen Zahl an Insolvenzen und Schließungen und einer nicht funktionierenden Wirtschaft.
Um eine funktionierende Gesellschaft aufrechtzuerhalten, muss die Quote der Insolvenzen niedrig sein. Um das
zu erreichen, muss immer mehr Schuldgeld erschaffen werden, um den heutigen Bedarf an Geld zu stillen, also nur um
Zinsen zu bezahlen. Aber selbstverständlich wird dadurch die Gesamtschuld größer und das führt zu immer mehr Zinsen,
was schließlich auf eine dauerhaft eskalierende und unausweichliche Spirale expotentiell steigender Verschuldung
hinausläuft. Es liegt nur an der Zeitverzögerung zwischen der Gelderschaffung als Krediten und seiner Zurückzahlung,
dass die allgemeine Geldknappheit nicht die Tatsachen einholt und das System zusammenbricht. Wie dem auch sei,
während das unersättliche Kreditmonster der Banken größer und größer wird, wird die Notwendigkeit, mehr und
mehr Geld zu erschaffen, um es zu füttern, immer dringlicher. Wieso sind die Zinssätze so niedrig? Wieso erhalten wir unaufgefordert Kreditkartenwerbung mit der Post? Wieso
gibt die US Regierung Geld schneller aus als je zuvor? Könnte es ein Aufschieben des Zusammenbruchs des gesamten
Geldsystems sein? Ein vernünftiger Mensch muss fragen: Kann das echt ewig so weitergehen? Ist ein Zusammenbruch
nicht unausweichlich?
Geld vereinfacht Produktion und Handel. Steigt der Geldnachschub, verliert Geld zunehmend an Wert – es sei denn die
Menge an Handel und Gütern steigt proportional. Es wird gesagt, die Wirtschaft wachse um 3% pro Jahr. Das klingt
wie eine stetige Rate, aber das ist sie nicht. 3% in diesem Jahr stellen mehr Güter und Dienstleistungen dar als 3% im
letzten Jahr, denn es sind 3% des neuen Gesamtwertes. Statt einer Geraden, die man sich anhand der Worte vorstellt,
ist es in Wirklichkeit eine exponentielle Kurve, die steiler und steiler wird. Das Problem ist natürlich, dass ständiges
Wachstum der echten Wirtschaft ständig ansteigenden Gebrauch von Rohstoffen und Energie erfordert. Mehr und
mehr Dinge müssen aus Rohstoffen in Müll verwandelt werden, jedes Jahr, bis in alle Ewigkeit – Nur um den Zusammenbruch
des Systems abzuhalten. Was können wir gegen diese geradezu Furcht einflößende Lage tun? Eine Sache wäre,
ein grundverschiedenes Konzept von Geld anzuerkennen. Es ist an der Zeit, dass mehr Leute sich und ihren
Regierungen vier einfache Fragen stellen. Rund um die Welt leihen Regierungen Geld gegen Zinsen von privaten Banken
– Staatsverschuldung ist ein wesentlicher Teil der Totalverschuldung. Die Zinsen zu decken bedarf eines großen
Teils unserer Steuern.
Nun wissen wir, dass Banken das Geld, das sie verleihen, einfach „erfinden“ und Regierungen haben ihnen die Erlaubnis
erteilt, das zu tun. Die erste Frage ist: Warum leihen Regierungen das Geld von privaten Banken gegen Zinsen,
wenn sie das Geld, das sie benötigen, genauso gut selbst – und zinsfrei – erstellen könnten? Die zweite Frage lautet:
Wieso überhaupt Geld als Schuld generieren? Wieso nicht Geld schaffen, das ständig umläuft, und nicht fortwährend gegen
Zinsen erneut geliehen werden muss, um überhaupt zu existieren? Die dritte Frage: Wie kann ein Geldsystem, das
nur unter dauernd beschleunigtem Wachstum funktioniert, genutzt werden, um eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen?
Ist es denn nicht einleuchtend, dass andauernd beschleunigtes Wachstum und Nachhaltigkeit inkompatibel sind?
Zuguterletzt: Warum ist unser jetziges System vollständig abhängig von andauerndem Wachstum? Was muss geändert
werden, um die Entstehung einer nachhaltigen Wirtschaft zu ermöglichen?
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